Von Erde und Himmel
Grüner-Gockel- und Solardach-Fest am 19. Juli 2026
Heiter und leicht war die Stimmung im Gottesdienst und danach, als in der Stiftskirche Bretten der Kirchengemeinde die Zertifizierungsurkunde für den Grünen Gockel überreicht und das erste Megawatt Solarstrom auf Dächern der badischen Landeskirche gefeiert wurde.

Das lag nicht nur daran, dass die sommerlichen Temperaturen der letzten Zeit ein wenig nachgelassen hatten, sondern vor allem an dem Schwung, den Bezirkskantorin Bärbel Tschochohei mit ihren KidsChören mitgebracht hatte. Es gab jedenfalls viel Bewegung im Gottesdienst und trotzdem wenig Schweiß.
Keine Frage, die Vorarbeiten einer Gemeinde, bis sie die Anforderungen des europäischen Umweltmanagements EMAS erfüllen, kosten Mühe. Das erreicht zu haben, kann aber durchaus Anlass sein, mit Stolz und Dankbarkeit auf das Erreichte zu schauen. In diesem Fall war es die Kirchengemeinde Bretten und Gölshausen, die das mit ihren Umweltbeauftragten Andreas Gettert und Gabrielle Geisler-Schmid und dem gesamten Umweltteam gefeiert hat: Nachhaltigkeit beim Einkauf, Monitoring des Energieverbrauchs und ein Bewusstsein für Umweltfragen vom Kindergarten an sind die ersten Schritte, die getan wurden. Inklusive einer Präsenz bei der Brettener Energiewende-Messe seit mehreren Jahren. Eine entsprechende Vernetzung sowohl mit anderen Akteuren als auch mit Nachbargemeinden wird ausgebaut.
Jan Bergenthum aus Freiburg von der kirchlichen Energieagentur KSE machte anschaulich, was es bedeutet, dass auf landeskirchlichen Dächern inzwischen Photovoltaikanlagen mit 1 Megawatt Spitzenleistung installiert sind: Das entspricht in etwa der Leistung von 10.000 Fahrradfahrern oder dem Verbrauch von 300 Haushalten. Dabei wird der Strom nicht für den Eigenbedarf der Gemeinden verwendet, sondern von der Energieagentur ins öffentliche Netz eingespeist. Es geht also nicht unbedingt ums Geldverdienen, sondern um ein öffentliches Zeichen im Umgang mit unserer Umwelt.
Trotz aller Fröhlichkeit: Im Gottesdienst kam mehrfach der Spagat zwischen ernsthaftem Bemühen und einer grundsätzlichen Freude an der Bewahrung der Schöpfung zur Sprache. Hans Reichert, der Koordinator für das landeskirchliche Photovoltaikprogramm, betonte, dass es durchaus ums zeitgemäße Handeln ginge. Oberkirchenrat Martin Wollinsky verglich die Bemühung mit einem Fußballteam, das ernsthaft, aber nicht verkrampft an seine Aufgabe gehen sollte. Pfarrer Fritjof Ziegler hob die Hoffnung hervor, dass eine respektvolle Haltung gegenüber der Welt als ganzer sich aus einer christlichen Zuversicht speisen kann. Und Dekanin Ulrike Trautz ging erinnerte daran, dass es Grund zum Dank wie zur Sorge gebe.
In dieser Spannung war das Fest mit seinen vielen Beitragenden ein gelungener und lebendiger Ausdruck. Das verbindende Element zwischen Erde und Himmel erst einmal Vielen Dank an alle Mitwirkenden!
F. Ziegler





