Konfirmation in Zeiten von Corona

Zwei Konfirmandinnen erzählen, wie sie ihre Konfirmation erlebt haben

Konfirmation in Zeiten von Corona, geht das überhaupt? Und wenn ja, wie? Diese Fragen und viele andere mussten wir uns als Konfirmanden /Konfirmandinnen in diesem Jahr stellen, da es durch die neue Corona Situation und die steigenden Zahlen der Infizierten viele Änderungen gab.
Wir mussten zum Beispiel die eigentlich im Frühling geplante Konfirmation in den Oktober verschieben. Damals dachten wir, bis dahin ist alles wieder normal, Corona ist vorbei und wir feiern so, wie alle anderen Jahrgänge vor uns auch. Da haben wir uns wohl etwas geirrt.

 
Wir durften die Konfirmation nicht in zu großen Gruppen feiern, sodass es an dem Konfirmationswochenende vier Konfirmationen gab, an denen jeweils um die sechs Konfirmanden und Konfirmandinnen ihren Glauben bestätigt haben.
Am Anfang von jeder Konfirmation trafen wir uns im Gemeindehaus, um noch letzte Fragen zu klären und sich auf die bevorstehende Konfirmation vorzubereiten. Die Spannung stieg, wir wurden aufgeregt. Mit dem Glockenläuten sind wir dann feierlich, aber mit Mundschutz, in die Kirche eingezogen, während der Posaunenchor von draußen gespielt hat und die Tür offenstand. Die Stühle standen mit Abstand nebeneinander und jeder Konfirmand/jede Konfirmandin durfte nur zehn weitere Personen mit in die Kirche bringen. Vor der Konfirmation meldeten wir unsere Gäste in der Kirche an, sodass die Stühle mit Namen versehen und reserviert waren. Außerdem herrschte ab Samstagmittag auch eine durchgängige Maskenpflicht in der Kirche, sodass wir den Gottesdienst mit Mundschutz halten mussten. Wir durften auch nicht singen, deshalb wurden alle Lieder solistisch angestimmt oder der Posaunenchor spielte.
Auch bei der Einsegnung ging es anders zu als gewohnt. Jede/r Konfirmand/in wurde einzeln nach vorne gerufen und durfte sich auf die Kniebank knien. Da der Pfarrer die Hand aufgrund von Corona nicht auflegen konnte, hat er uns aus der Entfernung gesegnet und je nach Wunsch des Konfirmanden / der Konfirmandin sind entweder die Eltern oder die Paten mit nach vorne gekommen und haben von hinten die Hand auf die Schulter oder den Kopf aufgelegt. Nach der Segnung durfte jeder seine Urkunde mit seinem Konfirmationsspruch und eine kleine Kreuzkette (ein Geschenk von der Gemeinde) in Empfang nehmen. Des Weiteren wurden auch vier Konfis an ihrer Konfirmation getauft und unter Gottes Segen gestellt. Leider mussten wir den Gottesdienst etwas kürzen und auch das Abendmahl konnte nicht durchgeführt werden, das machte aber nicht so viel, da durch das fehlende Abendmahl der Rest des Gottesdienstes mehr Bedeutung bekommen hat. Trotz der außergewöhnlichen Situation hatten wir eine echt schöne und festliche Konfirmation und Konfirmandenzeit (auch mit einer coolen Konfi-Freizeit), für die wir allen die sie vorbereitet und daran mitgearbeitet haben von Herzen danken!
 
 
Hannah Bort und Jana Zeitler