Musikalischer Kriminalfall in Bretten

24. März 2019

Song aus Tonstudio gestohlen - Täterin von Brettener Kindern gestellt

Als Buch werden es viele Eltern noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen: Seit 1968 wurden die Geschichten um die drei jungen Detektive Justus, Peter und Bob als „drei Fragezeichen“ in Büchern und Hörspielen mehr als 60 Millionen mal in Deutschland verkauft. In Bretten war ein besonders kniffliger Fall aus dem kalifornischen Rocky Beach jetzt als Musical zu erleben. Uraufgeführt vor zwei Jahren im Rahmen der Stuttgarter Kriminächte, erklang es am Sonntag, dem 24. März 2019, erstmals in der Brettener Stadtparkhalle Dabei ging es natürlich um einen Fall aus der Musikszene: Aus dem Tonstudio der berühmten Modena wurde ein Song gestohlen und im Internet verbreitet. Wer war der Dieb (oder die Diebin) dieses geistigen Eigentums? Zu dem Libretto von Boris Pfeiffer erklang eingängige (nicht gestohlene…) Musik von Peter Schindler. Der Bogen reicht von gefühlvollen Popbaladen („Träume! Sie sind wie Sterne am Himmel“) über Swing und Tango bis zum „Kirschkuchen-Step“ und natürlich dem „Drei-Fragezeichen-Rap“. Am Schluss war die Übeltäterin die überehrgeizige Mutter, die es nicht ertragen konnte, dass ihre Tochter Josy weniger talentiert ist als der Star Modena. Die beiden jungen Sängerinnen versöhnen sich, gleichwohl sie sich in einem schönen Duett mit dem Chor fragen: „Warum wollen manche Leute ihre Welt auf Lügen bau’n, warum ziehen manche Leute Dunkelheit dem Lichte vor?`“

Chorszenen mit insgesamt 25 Sängerinnen und Sängern wechselten mit Solostücken ab, bei dem die jungen Nachwuchssänger (-innen) ihr ganzes Talent entfalten durften. Die Altersspanne der mitwirkenden Kinder reichte von 4 bis 13 Jahren, die ihre musikalischen und schauspielerischen Talente unter Beweis stellten. Und bei der Vorbereitung war oft die gesamte Familie eingespannt: In vielen, vielen Stunden trugen viele Helferinnen und Helfer zum Gelingen der  Aufführung bei: Sichtbar, hörbar oder im Hintergrund. Beim Bau der Kulisse (Schrottplatz und Tonstudio), beim Kostümieren und Schminken, beim Licht und Ton, beim Auf- und Umbau oder beim Mitspielen in der vierköpfigen Elternband. Nicht zu vergessen jene Menschen, die die Texte einübten, die Stimmen der jungen „Lerchen“, „Spatzen“ und der „Sonic Birds“  individuell schulten oder schlicht die Kinder während der teilweisen langen Wartepausen betreuten. Immerhin dauerte die Aufführung gut anderthalb Stunden. „Ich bin unendlich dankbar für so viel Engagement“, bekundete Bezirkskantorin Bärbel Tschochohei nach der Aufführung am Sonntagnachmittag. Lang anhaltender Applaus für diese großartige Gemeinschaftsleistung!

Daniel Meier